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06.02. 2012 Information Weltgebetstag - Malaysia Ref. Elvi Reichert
Veranstaltungsort: Feuerwehrstüberl in Forstern, Hirschbachweg evtl. kurzfristige Themenänderungen möglich
Beginn des Frühstücks um 10 Uhr – Dauer ca. 1 ½ bis 2 Std. Eingeladen sind alle Frauen, ob jung oder alt, ob mit oder ohne religiösen Hintergrund.
Telefonische Anmeldung, auch kurzfristig erforderlich bei Elvira Reichert unter 08124 /1633
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Forsterner Frauenfrühstück
Ein ganz besonderes Frauenfrühstück gab es am
Nikolaustag im Feuerwehrstüberl, denn Bruni Aigner spielte beim Forsterner Frauenfrühstück auf dem Hackbrett bayerische Stub'nmusi und festliche Weihnachtslieder. Herzlichen Dank dafür, das war wunderschön!
Dazwischen las Elvi Reichert besinnliche und humorvolle
weihnachtliche Kurzgeschichten.
Auf dem reichhaltigen Buffet gab es aus dem festlichen
Anlass auch Kaviar und ein Apfelbrot, das sehr guten Anklang fand. Ein Dankeschön unserer Bäckerin Alexandra Fritz-Novotny, die es gebacken und gestiftet hat. Zum Abschluss sangen noch alle gemeinsam "O Du
fröhliche", bevor man sich gegenseitig noch ein frohes Fest wünschte, und bepackt mit Weihnachtskarte und Hummel-Weihnachtskugel jeder den Heimweg antrat.
Nachdem nicht alle Frühstücksfrauen im
Feuerwehrstüberl Platz hatten, gab es eine Woche später nochmals ein zweites Frühstück - mit dem gleichen Programm- in Elvi's Kellerstüberl. 12 Frauen waren gekommen und genossen sichtlich die private
Atmosphäre. Auch diese Frauengruppe kam in den Genuss der Hackbrett-Musi von Bruni Aigner. Selbstverständlich erhielten alle Frauen auch ihre ganz persönliche Weihnachtskarte und die Weihnachtskugel.
Ein gemeinsames Weihnachtsgeschenk machten die Forsterner
Frühstücksfrauen der Organisatorin und ließen durch Brigitte Hamel einen Essensgutschein überreichen. Auch Rita Rott bedankte sich im Namen der zweiten Gruppe mit einem Verserl über Engerl bei der
Gastgeberin. Viele Frauen brachten auch kleine Weihnachtspräsente mit.
Euch Allen ein herzliches Vergelt's Gott, liebe
Frühstücksfrauen! Ich freue mich, dass Ihr Alle so gerne zum Frauenfrühstück kommt - und - auch wenn es viel Arbeit macht - ich umsorge und verwöhne Euch gerne.
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„Was fällt uns ein, wenn wir an Jugendliche denken?“ Mit dieser Frage begann Sissi
Marhauser ihren Vortrag beim Forsterner Frauenfrühstück im Feuerwehrstüberl. 32 Frauen waren gekommen, um sich mit dem Thema „Jugend und Gesellschaft“ auseinander zu setzen. Sissi Marhauser berichtete,
dass der Mensch zwischen Geburt und Erwachsensein diverse Phasen durchlebt, die prägend für seinen Charakter, sein Wesen und seine Persönlichkeit sind. Von schizoider Persönlichkeit spricht man, wenn das Kind
nach außen aggressiv wirkt, andererseits aber nach Bindung strebt, nach Zuwendung. Wenn die einzelnen Bedürfnisse im Babyalter nicht liebevoll erfüllt werden, wenn mangelnde Zuwendung erfolgt, kann es in der
oralen Phase beim Baby zu Depressionen komme; geringes Selbstwertgefühl, Melancholie und auch eine Suchtgefährdung kann hier schon gelegt werden. Liebesentzug in der analen Phase kann zu katastrophalen Folgen
führen, das Kind kann masochistische Tendenzen aufweisen, wird gewalttätig, ist
andererseits arbeitswütig (um Anerkennung zu finden), hat einen Hang zum Perfektionismus. Hier wird immer die Liebe an die Leistung gekoppelt.
In der genitalen Phase ist es wichtig, das Kind so zu akzeptieren, wie es ist. Die Eltern sollten immer liebevoll und respektvoll mit dem Kind umgehen, es aus der Obhut entlassen, keinesfalls Vorschriften am
Verhalten machen und das Kind nicht überfordern (z.B. Schule), auch die Sexualität nicht ablehnen und sie nicht überbehüten (beglucken), da eine hysterische Persönlichkeitsstruktur die Folge sein kann. Die
einzelnen Phasen werden den verschiedenen Lebensaltern zugerechnet, in denen sich das Baby, Kleinkind, Schulkind und junge Erwachsene immer wieder an der Umwelt, den Eltern und anderen Bezugspersonen orientieren.
Gerade in der Erziehung werden immer wieder die Erfahrungsmuster der eigenen Erziehung weiter gegeben, andererseits sind die Erwartungen in die eigenen Kinder immens,
nach dem Motto: ich habe das Superkind, das Kind, das dem Ideal entspricht. Sissi Marhauser liest auch Erziehungspraktiken der Naturvölker vor; hier wurden Kinder gezielt an die Lebensanforderungen des Stammes
orientiert erzogen. Oft wurden dabei für unser Vorstellungsvermögen abstruse Persönlichkeitsstörungen gezüchtet, Selbstwertgefühl und Eigenverantwortung gab es meist nicht. Misshandlungen von Kindern und
Frauen waren üblich, Gewalttaten insgesamt aufgrund aufgestauter Emotionen gang und gäbe. Eine reiche Geisterwelt hielt für die „bösen“ Auswüchse her. Auch die Kinderkrippen zu Zeiten der DDR wurden
angesprochen, in denen die Babys mit 6 Wochen bereits in die Obhut des Staates kamen, der wiederum die Erziehung auf brave Staatsbürger ausrichtete. In der heutigen Zeit, hat man beim Ansehen der Nachrichten
oder beim Lesen der Schlagzeilen der Tageszeitung das Gefühl, dass Profit vor Sicherheit und Menschlichkeit steht (Fukushima, Unfall der BP-Ölplattform etc.) Auch
kommt man dem Ruhebedürfnis des Kindes nicht nach, die Kinder werden mit Handis, Computer und –spielen, Fernsehsendungen und natürlich dem Zappen durch die Programme rund um die Uhr beschallt. Von den nicht sichtbaren Funk- und Schallfrequenzen ganz zu schweigen.
Wenn dann beim Kind das ADS (Anti-Aufmerksamkeits-Syndrom) auftaucht, wird zum Arzt gerannt und Pillen zur Beruhigung verabreicht. Aber braucht das Kind wirklich die Pillen? Braucht es nicht eigentlich nur die
Zuwendung der Eltern, sollten diese sich nicht mehr Zeit nehmen zum Zuhören und sich mit dem Kind zu beschäftigen? Letzteres darf natürlich nicht ausarten, dass man mit den Kindern nicht zu viel Programm macht,
sie zu viel fordert, sie zu Sport und Leistung anspornt, sie in Musik- und zusätzlichen Sprachunterricht schickt, um dem Kind den Wert des Geldes und die Macht des Geldes zu vermitteln. Ein Teufelskreis, denn in
der Schule tragen die Kinder z.T. Markenbekleidung, -schuhe usw. die sehr teuer sind, die sich nicht alle leisten können und die Eltern arbeiten hart, um dem eigenen Kind diesen Standard zu ermöglichen und
natürlich auch dem eigenen Lebensstandard gerecht zu werden. Indem sich auch die Familienstrukturen geändert haben sind die Eltern gezwungen beide zu arbeiten, das Kind ist sich selbst überlassen, anstatt sich
mit ihm zu beschäftigen bekommt es Geld, um seine eigenen Wünsche zu befriedigen. Ist das wirklich die Zukunft, die wir unserem Kind wünschen: Wer Geld hat, hat die Macht …. und das
Gefühl der Menschlichkeit, das Mitgefühl mit dem Anderen gibt es nicht mehr?
gez. Elvi Reichert
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Forsterner Frauenfrühstück
Fast vollzählig waren wieder die Forsterner Frauen beim „Faschings-Frühstück“ vertreten. Pfarrer Eras, dessen Vorträge sehr beliebt sind, weil
er sehr lebendig und ausführlich erzählt, wurde begeistert von der Runde empfangen.
Dank seiner Hilfe haben wir nun das Rätsel um Esther und ihre Geschichte gelöst!
In seinem Vorwort erzählte Pfarrer Eras von der Anpassung der Menschen an das jeweils „Moderne“, ob Kunst, Kultur oder sogar Sprache! So war das
auch damals schon.
Esther hieß ursprünglich Hadassah (im Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem sind die berühmten Chagall-Fenster) und war ein jüdisches Waisenkind, das
von ihrem Onkel adoptiert wurde. Nachdem der Persische König Achaschwerosch sich von seiner Frau Waschti getrennt hatte, weil sich diese seinem Befehl widersetzte, und ihn damit bloß stellte, wurde Esther zusammen
mit den schönsten Frauen des Persischen Reiches in seinen Harem gebracht und nach einjähriger Vorbereitungszeit wurden die Frauen vor den König geführt. Er entschied sich, Esther zur Königin zu machen. Diese
verschwieg aber, dass sie Jüdin war. Mordechai, Esthers jüdischer Onkel war ebenfalls am Hof.
Er verriet Esther den Verschwörungsplan, den zwei Eunuchen gegen den König planten, diese informierte den König, worauf diese gehängt wurden.
Haman, ein enger Vertrauter des Königs, der die Karrierestufen noch weiter nach oben klettern wollte, wurde vom König nach diesem Vorfall in einen
Rang noch über den Fürsten erhoben. Bei einer öffentlichen Unterwerfung der Dienerschaft vor dem König blieb Mordechai stehen, da er als Jude sich nur einem Gott zu unterwerfen hat. Deshalb war er Haman ein Dorn
im Auge, insbesondere aufgrund seiner jüdischen Abstammung. Er ließ Listen anfertigen mit den Namen der Juden, die bekanntlich sehr vermögend sind, und die vernichtet werden sollten.
Dies alles berichtete Esther dem König, der daraufhin Haman hängen ließ. Als Dank hatte Esther beim König Wünsche frei und sie verlangte die
Ermordung der gesamten Sippe des Haman, sowie aller Personen, die an der Erstellung der jüdischen Liste beteiligt waren. Insgesamt wurden 75.000 Menschen ermordet, so viele, wie jüdische Bürger im Persischen
Königreich lebten.
Ein richtiger Roman, der hier in der Bibel erzählt wird und den anwesenden Frauen war sehr schnell klar, warum diese Geschichte bei uns so
wenig bekannt ist und warum das jüdische Volk in der Purimzeit diese Geschichte von Esther liest und feiert. Dass Martin Luther das Buch Esther sehr ungern in der Bibel sah und sie am liebsten entfernt hätte, ist
ebenfalls schnell klar geworden.
In der Bibel geht es nämlich vorwiegend um Nächstenliebe, um Vergebung und Verzeihung, aber keinesfalls um Rache und Vergeltung!
Falls jemand die vielen Einzelheiten über Intrigen, Verrat und Rache nachlesen möchte, die hier aus Platzgründen leider nicht abgedruckt werden
können, das Buch Esther steht im Alten Testament.
Ein herzliches Dankeschön an Pfarrer Eras, der mit viel Schwung und körperlichem Einsatz uns auf humorvolle Weise diesen Roman erzählte!
Ein schöner Vormittag fand mit heißen Diskussionen über Esther ein Ende, und der Faschingskrapfen sowie die Faschings-Tischdekoration brachte den
ersten Vorgeschmack auf die Faschingswochen, die erst am 08.03.2011 zu Ende gehen.
Übrigens, auch in der Literatur und in der Musik wurde das Buch Esther verarbeitet, so bei Georg Friedrich Händel in seinen
Siegesoratorien, von denen „Judas Maccabaeus“ neben dem „Messias“ das zu seinen Lebzeiten populärste Oratorium wurde. Franz Grillparzer nahm das Buch Esther in seinem Theaterstück „Die
Jüdin von Toledo“ als Vorlage und Johann Wolfgang von Goethe in dem Schwank „Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern“.
Elvi Reichert
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