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Partnerschaft zwischen Erding und Bonyhád
Nachdem die Landessynode der Evang.-Luth. Kirche in Bayern 1992 in Schweinfurt die Bildung von Gemeindepartnerschaften zwischen ungarischen und
bayerischen Kirchengemeinden angeregt hat, entschied man sich in Erding für die lutherische Gemeinde in Bonyhád. Entscheidend dafür war der Hinweis von Eva Saller, „dass es in Erding so viele
Ungarndeutsche aus Südungarn gibt“.
Der damalige Kirchenvorsteher Hans Kah hat bei einem Besuch in Bonyhád den dortigen Pfarrer Daniel Krähling wegen dieses Anliegens angesprochen.
Am 21.6. 1993 schreibt Pfarrer Krähling, dass er diese Anfrage mit seinem Presbyterium besprochen hat und dieses sich bereiterklärt hat, eine
Partnerschaft mit Erding einzugehen.
„So kommen wir Ihnen mit offenem Herzen entgegen, in der Hoffnung, dass eine Partnerschaft für beide Gemeinden nützlich werden kann.“
Am 21.9.1993 beauftragt der Kirchenvorstand Hans Kah und Pfarrer Friedrich Falkenstein,
innerhalb unserer Gemeinde eine Gruppe zu motivieren, die die Verbindung ausbaut.
So reist am 26.3.1994 eine Delegation nach Bonyhád: Herr und Frau Bickhardt, Herr und Frau Walter, Helga Müller, Hans Kah und Pfarrer Falkenstein
erleben die ungarische Gastfreunschaft in ihrer ganzen Fülle und sind begeistert.
Schon bald aber taucht die Befürchtung einer „Einseitigkeit“ bedingt durch „arm und reich“ auf. Die künftigen Partner in Ungarn meinten
aber, „dass sie soviel Selbstvertrauen haben, um den Austausch von Erfahrungen von dem rein Finanziellen trennen zu können.“
Schon im Juni 1994 kommt es im Rahmen einer Studienreise des Bildungswerkes zu einer ersten größeren Begegnung: Nach einem Tag in Budapest waren die
Erdinger am Abend im Gasthaus Koller Gäste der Gemeinde Bonyhád. Bei Gulasch und Tanzmusik wurden viele Kontakte geschlossen. Auch Urlaubsquartiere wurden gebucht.
Als am 3.7.1994 in Erding Gemeindefest gefeiert wurde, tauchte zur Überraschung aller Pfarrer Krähling auf und mit ihm ein riesiges Problem: Es
kommt zu einer Begegnung im Hause Kah zwischen Pfarrer Krähling und zwei Ehemaligen aus Bátaapáti. Diese wollen ihr ehemaliges Gotteshaus dem Verfall preisgeben. Jetzt war unsere Partnerschaft gefragt: Ein paar
deutliche Worte und eine Hilfszusage aus Erding stimmen einen Diakon und seinen Bruder um.
Am 3.9.1994 wird Daniel Krähling Dekan von 3 Bezirken. Herr und Frau Kah, Herr und Frau Walter, Helga Müller und Rüdiger Wendt erleben ein großes
Kirchenfest.
Durch die Spendenfreudigkeit der Erdinger kann im nächsten Halbjahr in entscheidenden Momenten immer wieder geholfen werden, dass die Restaurierung
der Kirche weiterging.
Am 5.6.1995 wurde dann eine wunderschön restaurierte Kirche mit einem riesigen Freudenfest eingeweiht: Mehrere Fernsehteams übertrugen-der ehemals
kommunistische
Bürgermeister gestaltete ein Riesenfest-ca.20 Volkstanzgruppen tanzten bis in den Morgen
-Pfarrer Falkenstein durfte den deutschen Teil der Liturgie neben Bischof Harmati übernehmen.
Aber schon jetzt tauchte ein neues Problem auf: der Kirchturm der Kirche in Bonyhád drohte einzustürzen und stellte die Gemeinde vor ein unlösbares
Problem: 10 Millionen Forinth (damals 150.000,-DM) sollte die Sanierung kosten.
Obwohl die Kirchengemeinde Erding damals selbst große Probleme hatte (Umbau des Gemeindehauses in der Dr.-Henkel-Str.10), fing man mit dem Helfen an.
Anläßlich der Vertragsunterzeichnung am 1.6.1996 im Frauenkircherl kam es zu einer Gemäldeversteigerung von Bildern der Eichenrieder Künstlerin
M.Hodonyi. Die ersten 6000.-DM waren geschafft.
Nachdem zu diesem Anlass auch viele Jugendliche aus Ungarn anwesend waren, entstand so nebenbei auch in der Erdinger Gemeinde eine Jugendarbeit, die
gerade durch die Kontakte nach Bonyhád viele Impulse bekommen hat.
Eine weitere Aktion in Richtung „Schiefer Turm“ war ein gelungenes Schlachtfest vom 31.10.-3.11.1996 in Bonyhád. Die Erdinger finanzierten den
Rohstoff und die Bonyháder brachten ihre Arbeitskraft ein und so kam es zu weiteren 5000,-DM.
Entscheidend aber wurde die Hilfe des Innenministeriums in Bonn, die mit 100.000,-DM alles in den sicheren Bereich brachte.
Am 4.7.1997 wurde der Partnerschaftsvertrag in Ungarn unterzeichnet. Dieser Vertrag wird alle drei Jahre verlängert, so vom 21.-24.9 2001, wo sogar
der ökumenische Posaunenchor Erding tüchtig aufspielte.
Durch zahlreiche Besuche in beiden Richtungen sind mittlerweile viele Freundschaften entstanden.
Dabei spielte die Aufnahme von Quartiergästen eine große Rolle.
Ein Vorschlag: Melden Sie sich bitte bei Horst PotempaTel.15671, wenn Sie gerne Gäste beim nächsten Besuch haben möchten.
Übrigens: ganze 14 Gemeinden von ca.1700 in Bayern sind dem Aufruf von 1992 gefolgt und haben eine Partnerschaft in Ungarn.
Nun ist Ungarn mit allen Problemen in der EU. Wir können ein wenig mitreden, weil wir Freunde in Ungarn haben.
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