Berlin/Nürnberg, 25. Februar 2026. Der russische Einmarsch in der Ukraine, der sich am 24.
Februar zum vierten Mal jährte, hat rund 15 Millionen Menschen tief traumatisiert. Angriffe auf
die Energieinfrastruktur gefährden das Überleben Hunderttausender Menschen bei anhaltender
Winterkälte. Das evangelische Hilfswerk Diakonie Katastrophenhilfe setzt ein zusätzliches
Winterhilfe-Programm um, um das Leid zu mindern. Partner des evangelischen
Entwicklungswerks Brot für die Welt weisen auf die langfristigen sozialen Folgen des Krieges in
der Ukraine hin.
Der Beschuss von Energieanlagen durch Russland hat die humanitäre
Lage in der Ukraine verschärft. „Hunderttausende Menschen sind seit
vielen Wochen bei Minusgraden ohne Strom, ohne Wasser oder ohne
Heizung. Die Kälte wird in dieser Phase des Kriegs als Waffe eingesetzt,
um die Menschen zu brechen“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie
Katastrophenhilfe. „Mit diesem Vorgehen hat der Krieg eine neue
Dimension erreicht, welches unverhältnismäßig viel Leid für die
Zivilbevölkerung erzeugt und völkerrechtswidrig ist.“ Mit Blick auf
Gespräche zwischen Russland und der Ukraine sagt Martin Keßler:
„Der Schutz der Zivilbevölkerung darf nicht Verhandlungsmasse sein,
sondern ist völkerrechtlich vorgeschrieben.“
Ein Ende des außergewöhnlich kalten Winters ist noch nicht in Sicht. „Mit einem zusätzlichen Winterhilfe-
Programm unterstützen wir mehr als 700 Familien in Kyjiw und Dnipro. Mit Gutscheinen können Familien
Brennstoff, Reparaturmaterial oder Kleidung gegen die anhaltende Kälte kaufen“, sagt Andrij Waskowycz,
Büroleiter der Diakonie Katastrophenhilfe in Kyjiw. Die Maßnahmen ergänzen laufende Hilfsprojekte, die unter
anderem Evakuierungen, die Reparatur von Wohnraum oder verstärkt psychosoziale Maßnahmen beinhalten.
„Mindestens 15 Millionen Menschen sind durch den Krieg traumatisiert. Das hinterlässt tiefe Spuren in der
gesamten Gesellschaft“, sagt Waskowycz.
Geld für Humanitäre Hilfe konzentriert sich zunehmend auf die Frontregionen, während Hilfsprogramme in
zentraleren Teilen der Ukraine zurückgehen. Dort suchen die meisten der rund 3,6 Millionen Binnenvertriebenen
Schutz. „Die Suche nach Hilfe wird zu einem gefährlichen Pull-Faktor, wenn viele Vertriebene eine Rückkehr in
frontnahe Gebiete in Betracht ziehen. Hilfe muss deshalb in der gesamten Ukraine geleistet werden, um das zu
vermeiden“, warnt Waskowycz.
Brot für die Welt fördert aktuell 15 lokale Partnerorganisationen in der Ukraine, die unter anderem zu
geschlechtsspezifischer Gewalt, HIV-Prävention oder psychosozialer Betreuung arbeiten. „Diese Probleme sind
mit dem Krieg nicht verschwunden, sondern weiterhin eine enorme Herausforderung“, sagt Vitaliy Mykhaylyk,
der das Rehabilitationszentrum St. Paul in Odessa leitet und von Brot für die Welt unterstützt wird.
„Hunderttausende Soldaten wurden verletzt oder getötet. Das reißt tiefe Wunden in Familien und verstärkt
gesellschaftliche Probleme“, sagt Mykhaylyk und beklagt fehlende Kapazitäten. „Wir bilden Freiwillige fort und
stärken sie, um Erschöpfungssyndrome frühzeitig zu erkennen und Burnout vorzubeugen. Viele Helfer*innen
haben ihre Belastungsgrenze längst erreicht.“
Die Diakonie Katastrophenhilfe hat seit 2022 rund 79 Millionen Euro an Spenden für die Ukraine-Hilfe erhalten
und eingesetzt. Zusätzlich erhält das evangelische Hilfswerk Mittel des Auswärtigen Amts für humanitäre Hilfe.
Das verstärkte Engagement europäischer Länder reicht trotzdem nicht aus, um die durch den Rückzug der USA
entstandene Lücke zu schließen.
Mariia Savoskula; / Diakonie Katastrophenhilfe
Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:
Diakonie Katastrophenhilfe Berlin
Evangelische Bank
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BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Ukraine-Krise
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/